Sommerzeit ist Urlaubszeit. Und in der Urlaubszeit hat man ganz besonders viel Freizeit. Diese Zeit nutzen manche um stundenlang zu telefonieren und um hunderte SMS zu versenden. Blöd nur wenn man sich im Ausland befindet. Dann fallen, wie so mancher Urlauber schon schmerzhaft erfahren musste, Roaming-Gebühren an.
Am höchsten sind diese Gebühren bei Datenverkehr, wie folgendes Beispiel zeigt:
Eine österreichische Kroatien-Urlauberin musste vor nicht allzulanger Zeit 15.000 Euro an Roaminggebühren bezahlen. Und dabei zeigte sich ihr Provider noch kulant. Die Rechnung belief sich nämlich auf über 30.000 Euro.
Grund genug um sich über die, in der EU seit heute (1.7.2010) neu geltenden Gebühren etwas zu informieren:
Innerhalb der EU
Innerhalb der EU dürfen ausgehende Anrufe nur mehr max. 46 Cent kosten. Eingehende max. 18 Cent. Eine SMS darf nun EU-weit max. 13 Cent kosten. Das ist u.U. sogar günstiger als innerhalb Österreichs. Bei manchen Tarifen zahlt man nämlich hierzulande immer noch 20 Cent pro Kurznachricht.
Dafür ist der Datenverkehr umso teurer: In der EU kosten 100 KB satte 20 Cent. Das macht pro MB ganze 2 Euro! Also sollte man sich schon vor dem Urlaub um ein Hotelzimmer mit bestenfalls kostenlosem WLAN umschauen.
Da die Roamingpreise von der EU alle fest vorgegeben sind kann man, im Normalfall, in jedem EU-Land jedes beliebige Netz verwenden.
Außerhalb der EU
Noch teurer wird’s aber außerhalb der EU.
Da schwanken die Preise von Betreiber zu Betreiber. Wenn man keinen speziellen Roaming-Tarif hat sind das oft mehrere Euro pro Minute sein.
Die weltweit höchsten Roamingkosten gibt’s übrigens in Handynetzen auf Kreuzfahrtschiffen. Dort werden nämlich bis zu 5 Euro pro Minute fällig. Wenn man sich allerdings in Küstennähe befindet hat man vielleicht Glück und man empfängt die meist günstigeren Netze vom Festland. Man sollte versuchen am Handy manuelle Netzwahl auszuwählen. Ansonsten kann es passieren dass auf dem Schiff plötzlich die Verbindung zum Festland abreist und das Handy sich unbemerkt in das teure Schiffs-Netz einbucht.
Das Ende der Roaming-Gebühren
Gute Nachricht zum Schluss: Bis 2015 will die EU Roamingkosten generell verbieten. Das kann allerdings auf den Konsumenten zurückfallen. Denn gerade in Österreich herrscht unter den Betreibern ein starker Wettbewerb. Wenn dann auch noch die Roamingeinnahmen wegfallen könnte der Ausbau der Infrastruktur gefährdet sein.
Jetzt sollte einem Urlaub nichts mehr im Weg stehen :)